27.02.2019

Drohnen - vielseitig und beliebt


Multicopter oder Quadrocopter (ugs. Drohnen) erfreuen sich wachsender Beliebtheit und werden dank vielseitiger Einsatzmöglichkeiten nicht mehr nur für die Erstellung von Luftaufnahmen genutzt.
In vielen Städten Deutschlands bieten bereits etablierte Firmen Ihre Dienstleistungen rund um die kleinen Fluggeräte an. Die häufigsten Einsatzbereiche, rechtliche Grundlagen und interessante Links stellen wir hier vor.


Schönes Beispielvideo von YouTube / "DoctorQuadCopter"

Fotografie und Luftaufnahmen
Im privaten Bereich werden Drohnen gerne zur Erstellung von Luftaufnahmen in Form von Fotos oder Videos genutzt. Die mit modernster Technik wie GPS oder Funktionen wie „follow me“, „point of interest“ oder Waypointsystem“ ausgestatteten Fluggeräte ermöglichen das Anfertigen von hochwertigen Fotoaufnahmen und Videos.
Gewerbetreibende, die Ihre Gewerbeimmobilie mal aus einer anderen Perspektive präsentieren möchten, nutzen Drohnen um Luftaufnahmen Ihrer Immobilien zu machen. Häufig kommen die Fotos und Videos dann in Imagefilmen des Unternehmens zum Einsatz.
Immobilien-Makler bieten Ihren Konsumenten dank hochwertigen Fotos und Videos von Drohnen ganz neue Sichtweisen auf die zum Verkauf angebotenen Objekte. Statische Exposés für Häuser, Wohnungen und Gewerbeimmobilien werden aufgewertet und deutlich attraktiver gestaltet.

Sport
Spektakuläre Aufnahmen von Sportlern und Sportveranstaltungen stellen schon immer hohe Anforderungen an Filmteams und Fotografen, sowie deren Ausrüstung. Wo früher teure Hubschrauber unter zum Teil hohem Risiko zum Einsatz kamen, erzielt man heute durch Drohnen erheblich preiswerter, aber effizienter die Anforderungen an Film- und Fotomaterial. Durch den Einsatz von Drohnen ergeben sich hier neue Möglichkeiten. Profisportlern z. B. wird es ermöglicht mit Hilfe von Videoaufnahmen Ihre Bewegungsabläufe zu analysieren.

Filmproduktion
Auch in der Filmbranche ermöglicht der Einsatz von Drohnen den wachsenden Ansprüchen an anspruchsvollem Videomaterial gerecht zu werden. Die hier zum Teil eingesetzten High-Tech Drohnen tragen professionelle Kamerasysteme, wie sie auch auf dem Boden eingesetzt werden. Sie ersparen den aufwändigen und teuren Einsatz von Helikoptern und Flugzeugen für die Erstellung von Luftbildaufnahmen und ersetzen immer öfter auch Kräne und Schienensysteme. Mit Drohen lassen sich viele Filmaufnahmen wesentlich günstiger, schneller und flexibler herstellen.

Transport/Logistik
Packet- und Medikamentenzustellung per Drohne. Bereits seit einigen Jahren beschäftigen sich Internetkonzerne wie Amazon und Google mit der Vision den Paketversand durch den Einsatz von Drohnen zu revolutionieren. Auch die Deutsche Post DHL testet seit einiger Zeit die Zustellung von Paketen auf der Insel Juist. Ziel von Deutsche Post DHL ist es wichtige Güter schnell und sicher in abgelegene Gebiete zu transportieren.


Video: YouTube / Deutsche Post DHL Group

Deutsche Post Group Pressemitteilung vom 04.10.2018, 10:00 MESZ:
Schnelle Hilfe aus der Luft: Medikamentenversorgung mit Paketdrohne in Ostafrika erfolgreich erprobt


Landwirtschaft
In der Landwirtschaft sorgt die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten von Drohnen für Arbeitserleichterung und Unterstützung in unterschiedlichen Bereichen. Die Überwachung der landschaftlichen Nutzflächen mit Drohnen ermöglicht die Kontrolle des Wachstumszustands der angebauten Pflanzen, oder die Früherkennung von Krankheitsbildern, z. B. durch Schädlingsbefall. Durch die Auswertung der gesammelten Informationen können Erntezeitpunkt bestimmt oder Düngemaßnahmen eingeleitet werden. Neben den regelmäßigen Kontrollen der Felder kommen Drohnen mit hoher Nutzlast auch zur Ausbringung von Pestiziden bei Schädlingsbefall zum Einsatz.

Wissenschaft
Ähnlich den Nutzflächen in der Landwirtschaft sind beispielsweise archäologische Ausgrabungsstätten oft großflächig und nur schwer zugänglich. Die Auswertung von Luftaufnahmen solcher Areale ergibt oft wichtige Informationen. Daher ist neben Kelle, Schnur und Feldschirm die Drohne heute fester Bestandteil jeder archäologischen Grundausstattung. Eine relativ neue archäologische Forschungsmethode ist die Luftbild-Archäologie, bei der antike Überreste aus großer Höhe, z.B. aus einem Flugzeug heraus oder von einer Drohne fotografiert werden. So manche antike Stätte wurde erst durch den Einsatz von Fluggeräten entdeckt.

Wettervorhersage
Meteorologen beziehen die zur Berechnung einer Wetterprognose erforderlichen Werte von Messstationen am Boden, Radarstationen, Wetterballons und Satelliten. Um regionale Wetterprognosen möglichst präzise zu erstellen, sind diese Daten zu wenig genau. Drohnen ermöglichen die Messung von Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wind in verschiedenen Höhen. Als fliegende Wetterstationen eingesetzt versorgen sie die Meteorologen mit wichtigen Daten zur Erstellung von verlässlichen Wetterprognosen. Gewitter oder Nebelobergrenzen lassen sich so z. B. besser vorhersagen.


Video: YouTube / Meteodrones - die mobilen Wetterstationen der Zukunft

Drohnenrennen
Atemberaubend schnell, spektakuläre Bilder und höchste Ansprüche an die Piloten. Nein, die Rede ist nicht von der Formel1, der neue Trend im Motorsport heißt Drohnenracing. Handelte es sich zu Beginn dieses Trends noch um private Veranstaltungen, die von den Drohnenbesitzern selbst in leeren Parkhäusern oder Lagerhallen organisiert wurden, übernehmen heute professionell aufgestellte Marketingstrategen diese Aufgabe.

Das folgende Video zeigt eindrucksvolle Bilder.


Video: YouTube / Drone Racing League




Regeln und Vorschriften für den Betrieb von Drohnen




































Quelle: bmvi.de / Die neue Drohnen-Verordnung


Wesentliche Regelungen der neuen Verordnung:
  1. Kennzeichnungspflicht: Alle Flugmodelle und unbemannten Luftfahrtsysteme ab einer Startmasse von mehr als 0,25 kg müssen künftig gekennzeichnet sein, um im Schadensfall schnell den Halter feststellen zu können. Die Kennzeichnung erfolgt mittels Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers.
  2. Kenntnisnachweis: Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen ab 2 kg ist künftig ein Kenntnisnachweis erforderlich. Der Nachweis erfolgt durch a) gültige Pilotenlizenz, b) Bescheinigung nach Prüfung durch eine vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannte Stelle (auch online möglich), Mindestalter: 16 Jahre c) Bescheinigung nach Einweisung durch einen beauftragten Luftsportverband (DMFV oder DAeC) oder eines von ihm beauftragten Vereins (gilt nur für Flugmodelle), Mindestalter 14 Jahre. Die Bescheinigungen gelten für 5 Jahre. Für den Betrieb auf Modellfluggeländen ist kein Kenntnisnachweis erforderlich.
  3. Erlaubnisfreiheit: Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb einer Gesamtmasse von 5 kg ist grundsätzlich keine Erlaubnis erforderlich. Der Betrieb durch Behörden ist generell erlaubnisfrei, wenn dieser zur Erfüllung ihrer Aufgaben stattfindet, ebenso der Betrieb durch Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, z.B. Feuerwehren, THW, DRK etc..
  4. Erlaubnispflicht: Für den Betrieb von Flugmodellen und unbemannten Luftfahrtsystemen über 5 kg und für den Betrieb bei Nacht ist eine Erlaubnis erforderlich. Diese wird von den Landesluftfahrtbehörden erteilt. Zusätzlich ist eine Genehmigung erforderlich, wenn in einem Gebiet mit Flugbeschränkung (ED-R) geflogen werden soll. Weitere Informationen zum Antragsverfahren beim Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) finden Sie unter www.baf.bund.de.
  5. Chancen für die Zukunftstechnologie: Gewerbliche Nutzer brauchten für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen bisher eine Erlaubnis – unabhängig vom Gewicht. Künftig ist für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb von 5 kg grundsätzlich keine Erlaubnis mehr erforderlich. Zudem wird das bestehende generelle Betriebsverbot außerhalb der Sichtweite aufgehoben. Landesluftfahrtbehörden können dies künftig für Geräte ab 5 kg erlauben.
  6. Betriebsverbot: Ein Betriebsverbot gilt künftig für Flugmodelle und unbemannte Luftfahrtsysteme
    • außerhalb der Sichtweite für Geräte unter 5 kg;
    • in und über sensiblen Bereichen, z.B. Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Krankenhäusern, Menschenansammlungen, Anlagen und Einrichtungen wie JVAs oder Industrieanlagen, oberste und obere Bundes- oder Landesbehörden, Naturschutzgebieten;
    • über bestimmten Verkehrswegen;
    • in Kontrollzonen von Flugplätzen (auch An- und Abflugbereiche von Flughäfen);
    • in Flughöhen über 100 Metern über Grund, es sei denn, der Betrieb findet auf einem Gelände statt, für das eine allgemeine Erlaubnis zum Aufstieg von Flugmodellen erteilt und für die eine Aufsichtsperson bestellt worden ist, oder, soweit es sich nicht um einen Multicopter handelt, der Steuerer ist Inhaber einer gültigen Erlaubnis als Luftfahrzeugführer oder verfügt über einen Kenntnisnachweis;
    • über Wohngrundstücken, wenn die Startmasse des Geräts mehr als 0,25 kg beträgt oder das Gerät oder seine Ausrüstung in der Lage sind, optische, akustische oder Funksignale zu empfangen, zu übertragen oder aufzuzeichnen. Ausnahme: Der durch den Betrieb über dem jeweiligen Wohngrundstück in seinen Rechten Betroffene stimmt dem Überflug ausdrücklich zu;
    • über 25 kg (gilt nur für „Unbemannte Luftfahrtsysteme“).
    Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den Verboten zulassen, wenn der Betrieb keine Gefahr für die Sicherheit des Luftverkehrs oder die öffentliche Sicherheit oder Ordnung, insbesondere eine Verletzung der Vorschriften über den Datenschutz und über den Naturschutz darstellt und der Schutz vor Fluglärm angemessen berücksichtigt ist. Insbesondere bei einem geplanten Betrieb außerhalb der Sichtweite lässt sich die Genehmigungsbehörde eine objektive Sicherheitsbewertung vorlegen.
  7. Ausweichpflicht: Unbemannte Luftfahrtsysteme und Flugmodelle sind verpflichtet, bemannten Luftfahrzeugen und unbemannten Freiballonen auszuweichen.
  8. Einsatz von Videobrillen: Flüge mithilfe einer Videobrille sind erlaubt, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 Metern stattfinden und das Gerät nicht schwerer als 0,25 kg ist oder eine andere Person es ständig in Sichtweite beobachtet und in der Lage ist, den Steuerer auf Gefahren aufmerksam zu machen. Dies gilt als Betrieb innerhalb der Sichtweite des Steuerers.
Die Verordnung ist am 6. April 2017 im Bundesgesetzblatt verkündet worden und am 7. April in Kraft getreten. Die Regelungen bezüglich der Kennzeichnungspflicht und die Pflicht zur Vorlage eines Kenntnisnachweises gelten seit dem 1. Oktober 2017. Quelle: www.bmvi.de

Viele weitere hilfreiche Informationen zu Vorschriften, Genehmigungen und Versicherungen findet Ihr auf der Seite www.drohnen.de.